Überblick
Hinter dem Namen „Herrnhuter Bahn“ verbirgt sich die Eisenbahnstrecke von Löbau nach Zittau über Herrnhut. Von ihr zweigen in Niedercunnersdorf die Strecke nach Ebersbach und in Oberoderwitz die Strecke nach Wilthen/Bischofswerda ab. Zwischen Löbau und Niedercunnersdorf sowie zwischen Oberoderwitz und Zittau ist die alte „Löbau-Zittauer Eisenbahn“ noch in Betrieb.
Die „Herrnhuter Bahn“ verbindet die Strecken Dresden-Görlitz und Dresden-Zittau miteinander. Sie stellt somit eine der wenigen noch verbliebenen Nord-Südverbindungen in der Oberlausitz dar. Ursprünglich wurde die Eisenbahnstrecke gebaut, um den südöstlichen Teil Sachsens und das damalige Böhmen (heute Tschechische Republik) auf direktem Wege miteinander zu verbinden. Aufgrund der Stillegung ist heute das Reisen z.B. von Bautzen nach Liberec mit der Bahn nur noch über zeitraubende Umwege über Bischofswerda oder Görlitz möglich.
Kurze Geschichte der Bahnstrecke
- 30. Juni 1837: Verschmelzen von Vereinen aus Bautzen und Zittau zum „Oberlausitzer Eisenbahn Comitee“ mit dem Ziel, eine „Oberlausitzer Eisenbahn“ zu bauen
- 16. März 1844: Genehmigung zur Gründung einer Aktiengesellschaft zum Bau der Löbau-Zittauer Eisenbahn
- 5. Mai 1845: erster Spatenstich
- 23. September 1846: Fertigstellung der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn (Dresden-Görlitz) bis Löbau
- 10. Juni 1848: Eröffnung der Löbau-Zittauer Eisenbahn über Herrnhut
- 2. Juni 1868: Zweigstrecke Mittelherwigsdorf – Großschönau eröffnet
- 1. Januar 1871: Verstaatlichung der Löbau-Zittauer-Eisenbahn-Gesellschaft
- 1. Dezember 1893: Inbetriebnahme der Schmalspurbahn Herrnhut – Berthelsdorf – Bernstadt (1945 demontiert)
- nach 1945: starke Zunahme v.a. des Güterverkehrs durch grenzbedingte Verlagerung des Verkehrs zwischen Görlitz und Zittau
- 31. Dezember 1993: Inkrafttreten der Bahnreform; Eigentümerin der Strecke seither Deutsche Bahn AG
- 23. Mai 1998: Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Löbau und Oberoderwitz
- 31. Mai 1999: Stillegung des Abschnittes Oberoderwitz-Herrnhut
- 2002: Einstellung des Güterverkehrs im Abschnitt Niedercunnersdorf-Herrnhut
- 28. Februar 2003: Stillegung des Abschnitts Herrnhut-Niedercunnersdorf
- 2007: Verpachtung der Strecke an die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE), die die Strecke inzwischen aber wieder an die DB AG zurückgegeben hat
- 2017: Die Bürgerinitiative „Pro Herrnhuter Bahn“ wird ins Leben gerufen
- 2018: Gründung des Vereins Pro Herrnhuter Bahn e. V. zum Erhalt der Strecke
- Mitte 2019: Beschluss des Kreistages Görlitz zum Kauf der Strecke zwecks Umwandlung in einen Radweg
- Ende 2019: Beginn des Planfeststellungsverfahrens zum Rückbau der Gleisanlagen zwischen Niedercunnersdorf und Oberoderwitz durch die Deutsche Bahn AG
- 10. Juni 2023: Bahnhofsfest in Niedercunnersdorf zum 175. Jahrestag der Eröffnung der Bahnstrecke
- 1. Juli 2025: Pflegevertrag zwischen Pro Herrnhuter Bahn e.V. und DB InfraGo das stillgelegte Streckenstück zwischen Oberoderwitz und Niedercunnersdorf betreffend.
- 23. August 2025: Mit den beiden Fahrrad-Draisinen des Vereins Pro Herrnhuter Bahn e.V. verkehren zum ersten mal seit der Stillegung wieder schienengebundene Fahrzeuge im Bahnhof Herrnhut.
Aktuelle Entwicklungen
Die folgende Präsentation wurde für das Treffen mit Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker*innen am 25. Mai 2025 in Herrnhut erstellt.











