Über die Strecke

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Bis kurz hinter den Bahnhof Niedercunnersdorf ist die Strecke aus Richtung Löbau noch in Betrieb (Foto Marco Jakob)

Hinter dem Namen „Herrnhuter Bahn“ verbirgt sich die Eisenbahnstrecke von Löbau nach Zittau über Herrnhut. Von ihr zweigen in Niedercunnersdorf die Strecke nach Ebersbach und in Oberoderwitz die Strecke nach Wilthen/Bischofswerda ab. Zwischen Löbau und Niedercunnersdorf sowie zwischen Oberoderwitz und Zittau ist die alte „Löbau-Zittauer Eisenbahn“ noch in Betrieb.

Wie die folgende Grafik zeigt, verbindet die „Herrnhuter Bahn“ die Strecken Dresden-Görlitz und Dresden-Zittau miteinander und stellt somit eine der wenigen noch verbliebenen Nord-Südverbindungen in der Oberlausitz dar.

Ursprünglich wurde die Eisenbahnstrecke gebaut, um den südöstlichen Teil Sachsens und das damalige Böhmen (heute Tschechische Republik) auf direktem Wege miteinander zu verbinden. Aufgrund der Stillegung ist heute das Reisen z.B. von Bautzen nach Liberec mit der Bahn nur noch über zeitraubende Umwege über Bischofswerda oder Görlitz möglich.

Strecke

Quelle: Google, blau eingezeichnet: Strecken mit Personenverkehr 2018

Die Geschichte der „Herrnhuter Bahn“ umfasst folgende Eckpunkte:

  • 30. Juni 1837: Verschmelzen von Vereinen aus Bautzen und Zittau zum „Oberlausitzer Eisenbahn Comitee“ mit dem Ziel, eine „Oberlausitzer Eisenbahn“ zu bauen
  • 16. März 1844: Genehmigung zur Gründung einer Aktiengesellschaft zum Bau der Löbau-Zittauer Eisenbahn
  • 5. Mai 1845: erster Spatenstich
  • 23. September 1846: Fertigstellung der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn (Dresden-Görlitz) bis Löbau
  • 10. Juni 1848: Eröffnung der Löbau-Zittauer Eisenbahn über Herrnhut
  • 2. Juni 1868: Zweigstrecke Mittelherwigsdorf  – Großschönau eröffnet
  • 1. Januar 1871: Verstaatlichung der Löbau-Zittauer-Eisenbahn-Gesellschaft
  • 1. November 1892: Eröffnung der Schmalspurbahn Taubenheim-Dürrhennersdorf (1945 demontiert)
  • 1. Dezember 1893: Inbetriebnahme der Schmalspurbahn Herrnhut – Berthelsdorf – Bernstadt (1945 demontiert)
  • nach 1945: starke Zunahme v.a. des Güterverkehrs durch grenzbedingte Verlagerung des Verkehrs zwischen Görlitz und Zittau
  • 31. Dezember 1993: Inkrafttreten der Bahnreform; Eigentümerin der Strecke seither Deutsche Bahn AG
  • 23. Mai 1998: Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Löbau und Oberoderwitz
  • 31. Mai 1999: Stillegung des Abschnittes Oberoderwitz-Herrnhut
  • 2002: Einstellung des Güterverkehrs im Abschnitt Niedercunnersdorf-Herrnhut
  • 28. Februar 2003: Stillegung der Strecke
  • 2007: Verpachtung der Strecke an die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE), die die Strecke inzwischen aber wieder an die DB AG zurückgegeben hat
  • 2017: Die Bürgerinitiative „Pro Herrnhuter Bahn“ wird ins Leben gerufen
  • 2018: Gründung des Vereins Pro Herrnhuter Bahn e. V. zum Erhalt der Strecke
  • Mitte 2019: Beschluss des Kreistages Görlitz zum Kauf der Strecke zwecks Umwandlung in einen Radweg
  • Ende 2019: Beginn des Planfeststellungsverfahrens zum Rückbau der Gleisanlagen zwischen Niedercunnersdorf und Oberoderwitz durch die Deutsche Bahn AG

(Quelle: „Kontakt“, Ausgabe 5, 2018 sowie Herbert Bauer: Der Eisenbahnbau zwischen Löbau und Zittau, Lusatia Verlag, Bautzen 1998)